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Deutsches Geschlechterbuch
Vollkommenheit in der Genealogie ist nie zu erreichen; darauf zu warten, würde bedeuten, eine Forschung nie zu Veröffentlichen


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Bei geschlossener Abnahme aller lieferbaren Bände des Deutschen Geschlechterbuches (zur Zeit 93) Bände 120 bis 218) berechnen wir EURO 2345,20 statt bei Einzelnabnahme EURO 3608,00. Dies entspricht einem Rabatt von 35%. (Gilt nicht für Wiederverkäufer)

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Familiengeschichte als Dokument gelebten Lebens und damit ein getreues und wahrhaftiges Spiegelbild der Geschichte der Nation.


Deutsches Geschlechterbuch

GENEALOGISCHES HANDBUCH BÜRGERLICHER FAMILIEN
QUELLEN- UND SAMMELWERK MIT STAMMFOLGEN DEUTSCHER BÜRGERLICHER GESCHLECHTER

Alte Reihe (119 Bände bis 1944) herausgegeben durch Reichspräsidialrat Dr. jur. Bernhard Koerner von 1889-1952; fortgesetzt mit Band 120 in einer verbesserten Neuen Reihe von Regierungs-Vizepräsident Dr. Edmund Strutz von 1955-1964; nach dessen Tode 1964 von Marianne Strutz-Ködel. Ab Band 155 übernahmen die jeweiligen Bearbeiter die Redaktionsverantwortung.

Alte Reihe:
Die Bände 1-119 (Alte Reihe, 1889-1944 erschienen) sind infolge der Vernichtung in unserem Görlitzer Verlagshaus nicht mehr lieferbar. Diese Bände erscheint nach und nach auf CD-ROM.

Neue Reihe:
Seit 1956 erscheinen laufend weitere Bände im vergrößerten Format DIN B 6, gebunden. Jeder Band enthält - mit Bildern und farbigen Wappen geschmückt - einheitlich durchgearbeitete Stammfolgen mit eingestreuten Töchternachkommen, beigegebenen Ahnenreihen und Nachkommenlisten verwandter Geschlechter. Jeder Band wird durch ein Namenregister erschlossen.

Walter Görlitz schreibt über "Familiengeschichte im Massezeitalter":

"Die Pflege der Genealogie war einmal eine Angelegenheit des Adels. Der Nachweis altadeliger Abstammung hatte seine besondere soziale Bedeutung, solange der Adel ein mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorrechten ausgestatteter Geburtsstand war. Wir wissen heute alle, wie sehr schon rein zahlenmäßig die ehemalige aristokratische Oberschicht vom Zeitalter der Massen überrollt worden ist. Das Gleiche gilt für die alten bürgerlichen Familien, die im vergangenen Jahrhundert den gehobenen Mittelstand darstellten. Die Begriffe von der „guten alten Familie“ sind fraglos ins Wanken geraten. Und das Wissen um die eigene „gute“ Herkunft hilft den Nachkommen vordergründig gesehen wenig im Existenzkampf der mobilen Industriegesellschaft. Familien existieren heute zu Millionen, und in den großstädtischen Ballungszentren hat im Blickwinkel der modernen Soziologie die Familienbindung erheblich an Wert eingebüßt. Besagt es also viel angesichts der Vermassung und Egalisierung aller Lebensrechte, Lebensansprüche und Lebensgenüsse, wenn in diesem Jahre nach über 100 Jahren unermüdlicher genealogischer Arbeit der 206. Band des DEUTSCHEN GESCHLECHTERBUCHES bürgerlicher Familien vorliegt? Familiengeschichte ist im Urteil der Allgemeinheit bestenfalls ein privates Hobby. Die Ahnen- und Sippenforschung ist durch den Rassenwahn Hitlers (der selbst keineswegs eine lückenlose Vorfahrenreihe erbringen konnte) ein wenig in Verruf geraten.

Und wir kennen genug Abkömmlinge sehr großer und einst berühmter Geschlechter, die heute meinen, Familientage und die eigene Geschichte seien öde und taugten zu nichts. Indes, wer mit Zwanzig so denkt und redet, ist mit Vierzig vielleicht bereits wieder recht geschichtsbewußt. Das ist eine alte Erfahrung. Und es scheint kein Zufall zu sein, daß die Kontinuität bürgerlicher Familienforschung und Überlieferung durch Jahrzehnte erhalten geblieben ist. Was im bismarckischen Kaiserreich mit dem Erstarken des deutschen Bürgertums begonnen wurde, hat sich über die erste deutsche Republik von Weimar und Hitlers „Drittes Reich“ bis in die Gegenwart erhalten, ganz einfach darum, weil auch das Massenzeitalter den uralten menschlichen Trieb, Generationszusammenhänge zu bewahren, nicht zum Erlöschen zu bringen vermocht hat.

Es ist sogar notwendig und nützlich, wenn Großfamilien in unserer Zeit solche weit über das rein abstammungsmäßige, biologisch-verwandtschaftliche Element hinaus reichende Bindungen pflegen.

Modern betriebene Familiengeschichte umfaßt weit mehr als die früher beliebten, etwas dürren Ahnenfolgen, Geburts-, Heirats- und Sterbedaten. Sie eröffnet eine Fülle landschafts- und ortsgeschichtlicher wie soziologischer Bezüge. Der 150. Band des bürgerlichen Geschlechterbuches bietet ein ausgezeichnetes Beispiel für diese These. (Brandenburgisches Geschlechterbuch. Zweiter Band. Bearbeitet von Kurt Winckelsesser unter Mitwirkung von Harald Richert.

Die hier behandelten brandenburgischen Familien Karbe, Krahmer, Scherz und Schulz 3 sind durchweg dem Lande verbunden. Eine stattliche Reihe von Abbildungen alter Gutshäuser - Zeugen einer Vergangenheit, die durch die Sowjetisierung Mitteldeutschlands und des preußischen Kernlandes ausgelöscht worden ist - machen die Verbindung zum Grundbesitz deutlich. Die charakteristische Ausnahme bildet die Hugenottenfamilie der Naudé aus Lothringen. Sie bleibt mit Pfarrern, Kaufleuten, Lehrern, Universitätsgelehrten und Juristen der Stadt verhaftet.

Die Landwirtsfamilien, manchmal wie bei den Karbes, auf Gerichtsschulzengeschlechter zurückgehend, Gutsbesitzer wie Domänenpächter, stellen dann im Kaiserreich, im Zug der Verbürgerlichung nicht nur des Grundbesitzes, sondern auch des Offizierkorps, zahlreiche Offiziere. Der Blutzoll der Karbe im Zweiten Weltkrieg ist hoch gewesen. Wer in diesen chronikartigen Zusammenstellungen blättert, für den steht eine ganz verschwundene Welt des preußischen Ostens wieder auf. Wer die Gutshäuser, zum Teil von schloßähnlichem Ausmaße, betrachtet, fragt sich unwillkürlich, wie die Häuser wohl den Einbruch der Roten Armee überstanden haben mögen, und was sie wohl heute bergen, sofern sie nicht zerstört worden sind?

Der Herkunft nach läßt sich bei einigen Familien die ursprüngliche West-Ostwanderung konstatieren. Nach dem Jahre 1945 mit der Ausmerzung der besitzenden Schichten in der sowjetischen Besatzungszone tritt dann die Westdrift auf, studiert man die heutigen Wohnsitze der Familienangehörigen.

Auch für den genealogisch nur laienhaft interessierten Leser, der nie im Leben einem Angehörigen dieser Geschlechter begegnet ist, wird so die Lektüre zu einem Stück brandenburgischer Landschafts-, Berufs- und Wirtschaftsgeschichte.

Zum Jubiläumsband hat Prof. Dr. Johannes Schultze (Berlin) eine Einführung in die Geschichte Brandenburgs beigesteuert („Begriff und Entwicklung“). Sie bildet eine eindrucksvolle Ergänzung zur Geschichte der hier aufgeführten märkischen Bürgergeschlechter und unterstreicht die These von der Bedeutung der Familienforschung im Rahmen der allgemeinen Geschichtsschreibung - ohne daß von dieser These besonders die Rede ist.

Zum Schluß sei noch ganz besonders auf den Beitrag von Prof. Dr. Hermann Mitgau (Göttingen): „Ein stolzes Jubiläum“ verwiesen. Mitgau weist auf die Schwäche der aktuellen Familienkunde hin. Unter biologisch-aufklärerischen Gesichtspunkten wird zwar auch die Intimsphäre des Familienlebens - und diese unseres Erachtens mit besonderer sexualwissenschaftlicher Akribie - durchforscht, dafür jedoch der Generationszusammenhang völlig vernachlässigt. Sexualisierte Familienanalyse solcher Art deutet auf die unheilvolle Schwäche aller modernen Politologie und Soziologie hin. Sie betreibt auf den gegenwärtigen Zustand bezogene Objektforschung, wobei der Forschungsgegenstand jeder historischen Bezüge entkleidet wird. Der Wechsel historischer Gezeiten, die Flüchtigkeit gegenwärtig vorhandener Verhältnisse bleiben zumeist unberücksichtigt".

So bleibt dem DGB der unbestreitbare Wert der historisch-archivalischen Dokumentation und der Altersausweis agnatisch-genealogischer Filiationen; man kann danach Gruppen verschiedener alterstiefer Familien oder profilierter Vater-Sohnfolgen aufstellen und Maßstäbe für die „Tüchtigkeit” eines Geschlechtes finden, wenn in den Folgen sich z. B. überdurchschnittliche Leistungen etwa für das Gemeinwohl, in der Wissenschaft usw. wiederholt nachweisen lassen, dem Biologen gewiß nicht gleichgültig, dem Historiker und Soziologen Hinweis genug, dem inneren Gefüge allen Gesellschaftsaufbaues etwa über „Geschlossene Heiratskreise sozialer Inzucht” nachzugehen.

Man wird von hier aus neue Forschungswege beschreiten können, um alle, auf gentilizischem Unterbau gewachsenen, geburtsständischen und privilegierenden Elitebildungen auf die Spur zu kommen, und sie sorgsam abzugrenzen wissen gegen alle „Prominenz” als eine Summe herausgehobener Einzelpersonen. Man wird typische Plattformstufungen für das soziale Generationsschicksal im Gesellschaftsaufbau finden, von denen aus sich ein über die Familie weit hintergründiger und umfassender sozialer Aufstieg in Vater-Sohnfolgen vollzog als Aufstieg aus der Lebensleistung der erfolgreichen Einzelperson. Obgleich in den genealogischen Taschenbügern ein Grundlagenmaterial zuverlässig vorliegt, fehlt es an solchen Untersuchungen, fehlt es an Forschungsreihen, die für bestimmte Zeitausschnitte von einem geschichtlich gewachsenen Raume aus anzusetzen wären.

DGB-Gesamt

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